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Geschichte

1945

Auf dem Erfindergeist von Firmengründer Paul Kolb beruht der Erfolg der AKO-Werke.

Elektrozaun als Ursprung

Während des Zweiten Weltkriegs meldet der Ingenieur Paul Kolb 1942 ein Elektrozaungerät, das aus dem Stromnetz gespeist wird, zum Patent an. Direkt nach dem Krieg erfolgt die Gründung von AKO - kurz für „Apparatebau Paul Kolb“ - in Eisenharz im Allgäu. Das Unternehmen produziert Weidezaungeräte, die im landwirtschaftlich geprägten Allgäu reißenden Absatz finden. Die Namensgebung ist übrigens ein Marketingtrick: Das Unternehmen soll im Telefonbuch weit vorne stehen, wie Paul Kolb später berichtet.

Aufbau aus dem Ausland

Im Oktober 1945 holt die Siegermacht Großbritannien Paul Kolb nach England, um dessen Ingenieurs-Know-how rund um Höhenflugmotoren und Stahltriebwerke, das sich Paul Kolb während des Krieges angeeignet hat, zu nutzen. Aus dem Ausland bringt der Firmengründer den Aufbau von AKO voran. Hunderte Briefe und technische Zeichnungen kommen mit der Post aus England. Vor Ort sorgen Hans Sobez und Pauls Bruder Anton Kolb, der im Frühjahr 1946 aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrt, für die Umsetzung der Direktiven.

Rückkehr nach Deutschland

Am 1. August 1947 erfolgt die Eintragung der Firma ins Handelsregister. 1950 zieht AKO in neue Gebäude nach Kißlegg. Vier Jahre später kehren Paul Kolb, seine Frau und sein zweijähriger Sohn Peter aus England ins Allgäu zurück. Zu diesem Zeitpunkt hat AKO bereits 20 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von einer Million D-Mark.

1950

Werksmappe zum zehnjährigen Jubiläum 1955

Ausweitung des Produktportfolios

Die 1950er-Jahre sind geprägt vom Wachstum und von einer breiteren Aufstellung bei den Produkten. 1955 startet die Fertigung von Heizgeräten und Infrarotstrahlern - eine ideale Ergänzung zu den vor allem im Sommer nachgefragten Weidezäunen. Zuvor nur saisonal beschäftigte Mitarbeiter stellen nun im Winter Heizgeräte her.

Das dritte Standbein, das Diehl Controls bis in die Gegenwart prägt, kommt 1956 hinzu: die elektrische Steuerung für den ersten Waschvollautomaten AEG-LAVAMAT. Das „AKO-Gehirn“ für Waschmaschinen stellt eine technologische Pionierleistung dar. Es wird in enger Kooperation mit dem Kunden entwickelt - eine Vorgehensweise, die auch heute noch ein Garant für den Erfolg von Diehl Controls ist.

In Kißlegg wird "Heiß" gefertigt.

Neuer Standort: Wangen

Die Geschäftsfelder entwickeln sich prächtig, sodass Ende der 1950er-Jahre zusätzliche Produktionsflächen benötigt werden. 1962 errichtet AKO ein neues Werk in Wangen. Die beiden Standorte agieren relativ autark: In Kißlegg wird „Heiß“ gefertigt - Elektrogeräte, Weidezaungeräte sowie später die Strahlungsbeheizung für Glaskeramikkochfelder - und in Wangen „Kalt“, also Steuerungen und Regelungen für Hausgeräte.

Die zweite Ausgabe der Mitarbeiterzeitschrift vom April 1963

Die AKO-Familie

Die erste Mitarbeiterzeitung von 1962 heißt „Die AKO-Familie“. Der Name ist Programm, denn AKO kümmert sich deutlich mehr um seine Mitarbeiter als andere Unternehmen. Neben den gängigen Sozialleistungen gibt es beispielsweise die AKO-Hilfe für unverschuldet in Not geratene Mitarbeiter und eine umfangreiche eigene Bücherei.

Die nächste Generation steigt ein

1967 hat allein der Standort Wangen bereits 700 Mitarbeiter. Folgerichtig wird Wangen ein Jahr später Hauptsitz des Unternehmens. Die magische Zahl von 25 Millionen DM Jahresumsatz ist zu diesem Zeitpunkt bereits überschritten. Die Zusammenarbeit mit AEG wird durch eine 51%ige Beteiligung des Großkonzerns an AKO gefestigt. Ebenfalls im Jahr 1968 erfolgt die Einrichtung einer Elektronikabteilung.

Peter Kolb tritt 1978 ins Unternehmen ein; ab 1984 leitet er es gemeinsam mit seinem Vater.

1980

Die erste vollelektronische Waschmaschine wird von einem "AKO-Gehirn" gesteuert.

Zurück in Familienhand

1980 geht die erste vollelektronische Waschmaschine mit einem „AKO-Gehirn“ in Großserie. Seit Anfang der 1980er-Jahre wird stark in zusätzliche Gebäude, Fertigungshallen und hochmoderne Produktionsanlagen investiert. 1981 erwirtschaften etwa 1.100 Mitarbeiter einen Umsatz von 100 Millionen DM.

Strukturelle Veränderungen bei AEG-Telefunken nutzt Paul Kolb, um die AEG-Anteile 1982 zurückzukaufen. Damit ist AKO wieder zu 100 Prozent in Familienbesitz. Gleichzeitig ergibt sich so die Chance, auch mit anderen Herstellern von Weißer Ware zusammenzuarbeiten.

Größter Arbeitgeber in der Region Wangen

Innerhalb von fünf Jahren steigen die Beschäftigtenzahl um 50 Prozent und der Umsatz um 80 Prozent. AKO wird zum größten Arbeitgeber in der Region Wangen. Um die wachsende Nachfrage bedienen zu können, sind mittlerweile Mehrschichtbetrieb, Fertigung rund um die Uhr und auch ins Wochenende hinein ein Muss. Ende der 1980er-Jahre kommen verstärkt elektronische Steuerungen für Waschmaschinen auf. AKO erkennt diesen Trend rechtzeitig und trägt ihm mit hohen Investitionen und dem Ausbau der Elektronikkompetenz Rechnung.

Strukturwandel in der Hausgeräteindustrie

Paul Kolb stirbt 1993, sein Sohn Peter übernimmt die alleinige Geschäftsführung. Ab Mitte der 1990er-Jahre sind die ersten Anzeichen für einen Strukturwandel in der Haushaltsgerätebranche erkennbar. Technologisch geht der Trend immer stärker von der Mechanik zur Elektronik, zudem macht sich die wachsende Globalisierung bemerkbar. Der Konzentrationsprozess bei den Herstellern von Weißer Ware betrifft auch die Komponenten- und Systemlieferanten. Traditionsmarken verschwinden, neue Player aus aller Welt treten in Erscheinung, Lieferketten und Märkte werden immer internationaler. Damit einher geht ein massiver Preisverfall, der die gesamte Wertschöpfungskette in der Branche betrifft.

1995

Die Nürnberger Diehl-Gruppe übernimmt AKO 1995.

Diehl-Gruppe als starker Partner

Um den damaligen Herausforderungen zu begegnen, muss das Traditionsunternehmen AKO reagieren. Mit der Diehl-Gruppe aus Nürnberg findet man einen starken Partner, der vor allem Wert auf eine langfristige Perspektive - gerade auch für die deutschen Standorte - legt. Zum Jahreswechsel 1994/1995 werden die AKO-Werke schließlich in die Diehl-Familie aufgenommen.

Der Familienkonzern Diehl ist eine ideale Wahl, weil das Unternehmen über viel Erfahrung mit den relevanten Märkten und Produkten verfügt und dadurch beste Voraussetzungen für eine nachhaltige Stärkung mitbringt. Bei der Zusammenführung der Unternehmen trifft Diehl eine Entscheidung von wesentlicher Bedeutung: Das Team mit dem technischen Know-how und die bewährten Strukturen unter der Führungsmannschaft werden beibehalten und erhalten volle Unterstützung aus Nürnberg.

2005

Eröffnung des chinesischen Standorts in Nanjing

Diehl Controls goes global

Die strategische Neuausrichtung bedeutet auch mehr Internationalität. Um in einer globalisierten Wirtschaft wettbewerbsfähig zu bleiben, muss Diehl Controls über Deutschland hinaus wachsen. Deshalb baut das Unternehmen ab 1998 Standorte in Polen, China und Mexiko auf, die heute wichtige Eckpfeiler sind. Gleichzeitig stärken hohe Investitionen den Stammsitz in Wangen. So ist sichergestellt, dass ein Teil der Produktion bis heute in Deutschland verbleibt.

Der Geschäftsbereich Appliance stellt seit jeher das wichtigste Kerngeschäft von Diehl Controls dar. Seit 2005 weitet das Unternehmen seine Aktivitäten sukzessive auf neue, zukunftsfähige Geschäftsfelder aus, zum Beispiel mit Smart-Home-Technologien für die intelligente Vernetzung und systemübergreifende Steuerung der Gebäudetechnik. Weiterhin ist Diehl Controls auf technologisch verwandten Märkten aktiv, für die das Unternehmen Elektroniken und Module aus den fünf Bereichen seines Technologieportfolios - Blenden, Vernetzung, Motorsteuerungen, Leistungsmodule und Bedienmodule - anbietet.

2015

Die Trophäe zur Auszeichnung "Fabrik des Jahres 2015"

Fabrik des Jahres 2015

Für die kontinuierliche Verbesserung sämtlicher Prozesse - von der Entwicklung über die Supply Chain bis zur Produktion - und die permanente Erhöhung des Automatisierungsgrads in der Fertigung wird Diehl Controls von der Unternehmensberatung A. T. Kearney und der Fachzeitschrift „Produktion“ als „Fabrik des Jahres 2015“ ausgezeichnet. Als Gesamtsieger dieses renommierten Industrie-Benchmark-Wettbewerbs steht Diehl Controls in einer Reihe mit namhaften Unternehmen wie Siemens, Volkswagen, Bosch oder Porsche, die den Wettbewerb in der Vergangenheit für sich entschieden haben.

Jubel bei der Preisverleihung in Ulm

In ihrer Begründung hob die Jury aus führenden Vertretern von Industrie und Forschung hervor, dass Diehl Controls am Standort Wangen den Kernprozess Leiterplattenbestückung in allen Dimensionen optimiert, einen besonders hohen Automatisierungsgrad realisiert und einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess implementiert habe. Die Produktion sei hocheffizient und dennoch äußerst flexibel, die Gesamtanlagenleistung erreiche ein konstant hohes Niveau.

Dieter Neugebauer (l.) und sein Nachfolger Dr. Michael Siedentop

Das Ende einer Ära

Nach mehr als 15 Jahren an der Spitze von Diehl Controls scheidet Bereichsvorstand Dieter Neugebauer zum 31. Dezember 2016 aus dem Unternehmen aus und geht in den Ruhestand. Seit 2001 prägt Dieter Neugebauer die Entwicklung von Diehl Controls maßgeblich mit. In seiner Amtszeit gelingt es ihm, das Unternehmen in Deutschland in Sachen Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken und die Internationalisierung deutlich voranzutreiben. Neben dem Ausbau der Strukturen hat Dieter Neugebauer immer auch die frühzeitige Weiterentwicklung des Produktportfolios im Blick.

Sein Nachfolger als Sprecher des Bereichsvorstands ist Dr. Michael Siedentop. Er leitet die Geschicke des Unternehmens gemeinsam mit Vorstandsmitglied Josef Fellner. Das Ziel von Dr. Michael Siedentop ist es, Diehl Controls kontinuierlich weiterzuentwickeln sowie für aktuelle und künftige Herausforderungen, zum Beispiel die digitale Transformation, aufzustellen.

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